Haushaltsnahe Dienstleistungen

Steuerliche Förderung von Privathaushallten

Welche Tätigkeiten werden gefördert?

Um der Schwarzarbeit gegenzusteuern und neue Beschäftigungsmöglichkeiten zu schaffen, fördert der Staat bestimmte Tätigkeiten im Privathaushalt bereits seit 2003 durch Steuerermäßigungen. Zum 1. Januar 2006 wurden die bestehenden Möglichkeiten deutlich erweitert. Im Rahmen des Konjunkturförderungsprogramms gibt es ab 2009 erneut Verbesserungen.

Folgende Beschäftigungsmöglichkeiten werden gefördert

Selbständige Tätigkeiten

  • haushaltsnahe Dienstleistungen sowie Pflege- und Betreuungsleistungen
  • Handwerkerleistungen

Arbeitsverhältnisse

  • geringfügige Beschäftigungen, sog. Mini – Jobs
  • sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen

Beschränkung auf Arbeitskosten

Die steuerliche Förderung ist auf Arbeitskosten beschränkt, um gezielt Beschäftigung beim Handwerk, in der Baubranche sowie im Pflegebereich anzustoßen. Unberücksichtigt bleiben vor allem die Materialkosten. Immenser Vorteil: Die Aufwendungen sind direkt abziehbar Die Aufwendungen für die genannten Dienstleistungen oder Beschäftigungen können auf Antrag in der Einkommensteuererklärung bis zu bestimmten Höchstbeträgen direkt von der Steuerschuld abgezogen werden. Dadurch mindert sich Ihre Jahreseinkommensteuer.

Die folgende Übersicht zeigt Ihnen, in welcher Höhe Sie jeweils Ihre Einkommensteuer reduzieren können:

Tätigkeit                                                                      Maximaler Steuerrabatt

Haushaltsnahe Beschäftigung von Minijobbern      ⇒ 20% der Aufwendungen, maximal 510 EUR

Pflege- und Betreuungsleistungen                          ⇒ 20% der Aufwendungen, maximal 4.000 EUR

Haushaltsnahe sozialversicherungspflichtige        ⇒ 20% der Aufwendungen, maximal 4.000 EUR
Beschäftigungen

Handwerkerleistungen                                              ⇒ 20% der Aufwendungen, maximal 1.200 EUR

Wer erhält die Steuervergütung?

Sie müssen selbst der Auftraggeber der jeweiligen Dienstleistung sein und die Kosten selbst getragen haben, um die Steuerermäßigung in Anspruch nehmen zu können. Unerheblich ist, ob Sie Mieter oder Eigentümer sind. Sogar für entsprechende Aufwendungen einer Auslandimmobilie erhalten Sie die Vergünstigung!Auch bei Wohnungseigentümergemeinschaften kommt eine Inanspruchnahme der Vergünstigung nicht in Betracht, auch wenn die Wohnungseigentümergemeinschaft (im Regelfall vertreten durch den Verwalter) Auftraggeber der Dienstleistung ist. Der Verwalter wird in der Nebenkostenabrechnung die entsprechenden begünstigten Aufwendungen ausweisen.

Was sind haushaltsnahe Dienstleistungen?

Zu den haushaltsnahen Dienstleistungen gehören alle Tätigkeiten, die gewöhnlich von Personen des privaten Haushalts erledigt werden und in regelmäßigen kürzeren Abständen anfallen.

Beispiele:

  • Reinigung der Wohnung durch einen Putzdienst oder eine selbständige Putzfrau,
  • Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsarbeiten
  • Pflege der Angehörigen durch einen Pflegedienst
  • Umzugsleistungen
  • Fensterputzer

Beispiel:

Sie lassen von einem Gärtner Gartenpflegearbeiten durchführen. Dafür erhalten Sie eine Rechnung in Höhe von 2.000 EUR.

Ihre Einkommensteuer für das Jahr beträgt 10.000 EUR. Davon können sie nun 20% Ihrer Aufwendungen für den Gärtner, maximal 4.000 EUR abziehen. Ihre Steuerersparnis beträgt in diesem Fall 20% von 2.000 EUR, also 400 EUR.

Pflege- und Betreuungsaufwendungen

Die Kosten für Pflege und Betreuung einer pflegebedürftigen Person im Privathaushalt können bis zu 20% der Aufwendungen, höchstens jedoch 4.000 EUR, im Kalenderjahr steuermindernd geltend gemacht werden.

Beispiele:

  • Körperpflege: Waschen, Duschen, Baden etc.,
  • Ernährung: mundgerechte Zubereitung oder die Aufnahme der Nahrung,
  • Mobilität: Hilfe beim An- und Auskleiden, Gehen, Stehen etc.,
  • Hauswirtschaftliche Versorgung: Einkaufen, Kochen, Wohnungsreinigung etc.

Hinweis:

Wird der Höchstbetrag von 4.000 EUR in Anspruch genommen, können keine weiteren haushaltsnahen Dienstleistungen mehr geltend gemacht werden!

Die Pflege- und Betreuungskosten müssen Personen betreffen, bei denen der Schweregrad der Pflegebedürftigkeit i. S. d. § 14 SGB XI besteht oder die Leistungen der Pflegeversicherung beziehen. Die Leistungen der Pflegeversicherung werden angerechnet. Es ist unerheblich, ob die Pflege und Betreuung in Ihrem Haushalt oder im Haushalt der zu betreuenden Person erfolgt.

Handwerkliche Tätigkeiten

20% der Kosten für Handwerkerrechnungen, höchstens 1.200 EUR pro Jahr, können Sie von Ihrer Einkommensteuer abziehen. Das ist unabhängig davon, ob Sie Mieter oder Eigentümer sind.
Nochmals: Diese steuerliche Vergünstigung erhalten Sie auch für Aufwendungen an eine Auslandsimmobilie!
Dies gilt für alle handwerklichen Arbeiten an Ihrem selbst genutzten Haus, Ihrer Wohnung sowie auf Ihrem Grundstück.

Begünstigt sind beispielsweise folgende Arbeiten:

  • Streichen und Tapezieren, Erneuerung von Bodenbelägen
  • Beseitigung kleinerer Schäden,
  • Modernisierung des Badezimmers

Achtung:

Steuermindernd können nur die Arbeitskosten angesetzt werden. Die Kosten für Material oder gelieferte Ware werden nicht berücksichtigt. Achten Sie darauf, dass Ihnen eine Rechnung erstellt wird, aus welcher die Teilsumme der Arbeitskosten hervorgeht!

Mini-Jobs und sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen

Haben Sie für die üblichen Haushaltstätigkeiten wie Kochen, Putzen, Waschen, Bügeln etc. eine Haushaltshilfe beschäftigt, können Sie die Kosten zu einem gewissen Prozentsatz von Ihrer Steuerschuld abziehen. Dabei wird unterschieden, ob es sich um ein geringfügiges oder sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis handelt.

Mini-Jobs:
Beträgt der monatliche Brutto-Verdienst Ihrer Haushaltshilfe nicht mehr als 400 EUR (sog.Mini-Job), können Sie eine Steuerermäßigung in Höhe von 20 % höchstens 510 EUR im Jahr beanspruchen.

Sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis:
Handelt es sich um ein haushaltsnahes Beschäftigungsverhältnis, für das Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung
entrichtet werden und das kein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis darstellt, können 20% der Aufwendungen, höchstens jedoch 4.000 EUR steuerliche
berücksichtigt werden.